Funktionssicherheit von Maschinen in Indien: Expert*innen diskutieren über Normen

Indien

Indien verzeichnet jährlich mehrere tausend Arbeitsunfälle. Die Funktionssicherheit von Maschinen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Deutsche und indische Expert*innen diskutierten dieses Thema am 7. August im Rahmen eines Online-Austauschs, organisiert durch den VDMA Indien.   

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Indien verzeichnet jährlich mehrere tausend Arbeitsunfälle. Die Dunkelziffer ist wesentlich höher. Da die Stärkung der inländischen Produktion eine hohe politische Priorität hat und zunehmend komplexere Maschinen und Technologien eingesetzt werden, gewinnt die Funktionssicherheit von Maschinen an Bedeutung.

 

Expert*innen des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), Siemens, Sick India, SafeTsense, GPQI und der indischen Normungsbehörde Bureau of Indian Standards (BIS) diskutierten am 7. August 2020 über die Umsetzung von Normen für die Funktionssicherheit von Maschinen in Indien. An dem vom VDMA Indien organisierten Online-Austausch nahmen rund 100 Expert*innen teil.

 

Sie erläuterten die Regulierung von Maschinen in der Europäischen Union (EU) und gaben einen Überblick über die aktuelle Arbeit an Maschinensicherheitsnormen in den technischen Ausschüssen des BIS. Sie sprachen zudem über die Bedeutung von Risikobewertungen zur Kategorisierung und Reduzierung von Risiken. Risikobewertungen sind wichtig, nicht nur bevor Maschinen auf den Markt gebracht werden, sondern auch um ihre Haltbarkeit und langfristige Sicherheit zu erhalten.

 

Die GIZ stellte die Deutsch-Indische Arbeitsgruppe Qualitätsinfrastruktur des GPQI vor und präsentierte die Publikation Making Safe Machines a Standard in India, die in Zusammenarbeit mit dem VDMA veröffentlicht wurde. Die Publikation betont die Notwendigkeit einer umfassenden Maschinenverordnung in Indien . Eine moderne Verordnung würde die Wettbewerbsfähigkeit der Branche und eine sichere Arbeitsumgebung fördern. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ein effektiver Marktüberwachungsmechanismus wichtig sei, um die Einhaltung der Verordnung zu gewährleisten.

 

In der Deutsch-Indischen Arbeitsgruppe Qualitätsinfrastruktur tauschen beide Länder bewährte Praktiken zur Marktüberwachung aus. Ein Referenzdokument für indische Entscheidungsträger*innen über das Marktüberwachungssystem in der EU und seine Umsetzung in Deutschland wird derzeit erarbeitet. Weitere Veröffentlichungen zur Maschinensicherheit sind ebenfalls geplant, um die Industrie bei der Umsetzung der relevanten Normen zu unterstützen.

 

Mehr Informationen zum Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und den Aktivitäten der Deutsch-Indischen Arbeitsgruppe Qualitätsinfrastruktur finden Sie hier.

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