Indien verlängert Umsetzungszeitraum der Regulierungen für Elektrogeräte und Felgen

Indien

Das indische Ministerium für Schwerindustrie und staatliche Unternehmen (Ministry of Heavy Industries and Public Enterprises – MoHI & PE) hat die Implementierungsfristen der technischen Regulierungen (Quality Control Orders – QCOs) für Niederspannungsgeräte und Autofelgen offiziell verlängert. Die Frist der QCO für Elektrogeräte wurde um ein Jahr auf den 11. November 2022 verschoben. Die Umsetzungsfrist der QCO für Felgen wurde um sechs Monate bis zum 21. September 2022 verlängert. Unternehmen haben damit mehr Zeit, mit den neuen Anforderungen vertraut zu werden und diese umzusetzen. Dies spart Aufwand und Kosten für mögliche ad hoc Lösungen und verbessert die Planungssicherheit.

Die Industrie hat nun mehr Zeit für die Umsetzung der QCO für Elektrogeräte. © Tim Kabel/ Unsplash

Das MoHI & PE hat die technische Regulierung für Niederspannungsgeräte im November 2020 veröffentlicht. Sie sollte ursprünglich ein Jahr nach Veröffentlichung am 11. November 2021 in Kraft treten. Die Regulierung betrifft Komponenten verschiedener Geräte, die vielfach in industriellen Anwendungen zum Einsatz kommen, beispielsweise Leistungsschalter und Motorstarter. Hersteller*innen benötigen zukünftig eine Lizenz der indischen Normungsbehörde (Bureau of Indian Standards – BIS), welche die Konformität ihrer Produkte mit den in der QCO genannten indischen Normen belegt. Nach dem Erhalt der BIS-Lizenz ist das BIS Standard Mark auf den Produkten anzubringen. Nähere Details zu der Regulierung finden Sie hier: Indien erlässt neue technische Regulierungen für Elektrogeräte.

 

Die QCO für Automobilfelgen wurde im September 2020 vom MoHI & PE veröffentlicht. Auch diese Regulierung macht die Kennzeichnung der Automobilkomponenten mit dem entsprechenden BIS-Siegel in Zukunft verpflichtend.

 

 

Hersteller*innen haben mehr Zeit, um das BIS-Siegel für Autofelgen zu erhalten. © Jose Pinto/ Unsplash

Verlängerung der Implementierungsfristen spart Kosten

Grundsätzlich zielen die technischen Regulierungen darauf ab, die Qualität und Sicherheit der Produkte auf dem indischen Markt zu verbessen. Insbesondere für Produzent*innen aus dem Ausland können sie jedoch zu technischen Handelsbarrieren führen. Aus diesem Grund hat das Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur (GPQI) in Indien die deutschen Stakeholder bereits im letzten Jahr über die neuen Regulierungen informiert. Im Rahmen des Projekts hatten diese die Möglichkeit, Herausforderungen bei der Umsetzung der neuen QCOs zu melden. In enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) reichte das GPQI Team in Indien die Kommentare der deutschen Industrie zu den neuen Anforderungen für Felgen bei den indischen Partnern ein.

 

Die verlängerten Implementierungsfristen kommen der Industrie entgegen. Unternehmen können dadurch gegebenenfalls kostspielige und aufwändige Übergangslösungen umgehen und haben mehr Planungssicherheit. Darüber hinaus ist jedoch auch die Harmonisierung relevanter indischer und internationaler Normen ein wichtiges Anliegen der Industrie, um die Umsetzung von QCOs und damit den Handel in Zukunft noch effizienter gestalten zu können.  

 

Bei Fragen zu den genannten QCOs oder den verlängerten Fristen können Sie uns gerne unter qi-india@giz.de kontaktieren.

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