COVID-19: Mit Qualitätsinfrastruktur gegen das Coronavirus

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Stellen Sie sich vor, dass Fachpersonal in Krankenhäusern und Seniorenheimen mit Masken und Handschuhen ausgestattet wird, um sich und Patienten vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Doch es gibt Unsicherheiten, ob diese die notwendigen Qualitätsstandards erfüllen.

Verschiedene Elemente der Qualitätsinfrastruktur können dazu beitragen, die negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu mildern und zu gewährleisten, dass wichtige medizinische Produkte sicher und zuverlässig sind (Bildnachweis: GIZ/Pixabay)

Stellen Sie sich vor, dass Fachpersonal in Krankenhäusern und Seniorenheimen mit Masken und Handschuhen ausgestattet wird, um sich und Patienten vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Doch es gibt Unsicherheiten, ob diese die notwendigen Qualitätsstandards erfüllen. Gerade wenn man tagtäglich sein Leben riskiert, ist eine wirksame und zuverlässige medizinische Ausrüstung unabdingbar. Letztendlich sind alle Bürgerinnen und Bürger gefährdet, wenn in Gesundheitseinrichtungen Masken und Handschuhe verwendet werden, die nicht den erforderlichen Anforderungen entsprechen.

 

Eine gut funktionierende und international harmonisierte Qualitätsinfrastruktur (QI) bestehend aus Normung und Standardisierung, Konformitätsbewertung (Prüfung, Inspektion und Zertifizierung), Akkreditierung und Marktüberwachung ist daher entscheidend.

 

Vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Krise hat die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) ein Factsheet veröffentlicht, welches darstellt, wie QI im Kampf gegen Covid-19 helfen kann. Normen sowie schnelle und zugleich verlässliche Tests stellen zum Beispiel sicher, dass medizinische Ausrüstung wie Masken oder Beatmungsgeräte einwandfrei funktionieren. Dies ist derzeit besonders wichtig, da Unternehmen außerhalb des Medizinbereichs, z.B. aus der Automobilindustrie, ihre Produktionsprozesse auf die Herstellung von medizinischen Geräten und persönlicher Schutzausrüstung (PSA) umstellen.

 

Credit: UNIDO

Die Coronavirus-Krise verdeutlicht auch die Potenziale digitaler Lösungen wie Smartphone-Apps zur Nachverfolgung von Infizierten und Ansteckungen. Dabei sind effektive Datenschutz- und Sicherheitsnormen sowie Zertifizierungen von entscheidender Bedeutung, um das Vertrauen der Menschen in digitale Anwendungen in Krisenzeiten zu stärken und ihren flächendeckenden Einsatz zu unterstützen.

 

QI-Institutionen wie das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) haben im Rahmen der Coronakrise  schnell reagiert und mehrere europäische und internationale Normen für Medizinprodukte und PSA kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bietet der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) einen kostenlosen und schnellen Check für Krankenhäuser an, mit dem die Sicherheit von medizinischen Geräten und Anlagen beurteilt werden kann.

 

Eine international harmonisierte QI trägt insgesamt auch zur Erleichterung des Handels mit lebenswichtigen Gütern bei. Eine gegenseitige Anerkennung von Prüfergebnissen akkreditierter Stellen stärkt das Vertrauen in Produkte, die im Ausland hergestellt wurden, und erleichtert deren Handel.

 

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie QI-Institutionen die Kontinuität und Qualität des Handels auch in dieser Krise unterstützen. Die Herausforderungen rund um das Coronavirus verdeutlichen dabei die wachsende Bedeutung einer international harmonisierten QI, insbesondere in kritischen Bereichen wie der medizinischen Ausrüstung.

 

Im Rahmen des Globalprojekts Qualitätsinfrastruktur (GPQI) führt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) politische und Fachdialoge mit Brasilien, China, Indien, Indonesien und Mexiko, um technische Handelshemmnisse abzubauen, die Produktsicherheit zu erhöhen und den Verbraucherschutz zu stärken. Das Projekt dient als Plattform, um das gegenseitige Verständnis von Richtlinien und Regulierungen zu verbessern und gemeinsam Positionen und Lösungen für die internationale technische Harmonisierung zu entwickeln. An den Dialogen nehmen Ministerien, Aufsichtsbehörden, öffentliche Stellen, Normungs- und Akkreditierungsstellen, Branchenexperten, Verbände, Unternehmen sowie technische und wissenschaftliche Institutionen teil. Das BMWi hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beauftragt, die Umsetzung des GPQI zu unterstützen.

 

Wenn Sie sich an den Dialogen zur Qualitätsinfrastruktur beteiligen möchten, treten Sie gerne mit uns in Kontakt.

 

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